Sonntag, 26. Juli 2009

The Hangover - Die Filmkritik

Ja, gut ich muss zugeben, es ist ein wenig ein Männerfilm. Wir Männer entdecken während dem Film immer wieder Parallelen mit dem was wir schon einmal an Polterabenden erlebt haben - uns aber nicht mehr so wirklich daran erinnern können oder wollen. Wir haben zwar (noch) keinen Tiger entführt, keine andere Braut geheiratet und auch kein Polizeiauto "geborgt" ... Aber ein paar verrückte Dinge waren es schon.

Ob Las Vegas - Kenner oder nicht, der Streifen ist ein Brüller und kommt mit richtigen Tempo daher. Im Kino habe ich selten soviel gelacht; und dies notabene trotz Schweizer Eintrittspreisen.

Der Film ist klassisch aufgebaut. Zuerst eine Sequenz aus der Schlussphase, welche einem das widerfahrene Elend erahnen lässt. Dann eine Zwei-Tage-Zuvor-Sequenz, die uns langsam an das Thema Polterabend heranführt, gefolgt von dem Morgen danach und der gesamten Aufarbeitung der Polternacht. Immer wenn man gerade das wohlige Ich-weiss-was-jetzt-kommt-Gefühl hat, nimmt der Film eine unerwartete Wendung ähnlich einem Schocker von Steven King. Nur geht dieser Angriff voll in die Lachmuskeln.

Gut, ich wünsche viel Vergnügen und freue mich bereits darauf den nächsten Polterabend organisieren zu dürfen. Grosses Kino.

P.S. Das Mandat habe ich bereits angenommen ...



Montag, 20. Juli 2009

Warnhinweise in Farbe und bunt

In Asien habe ich gesehen, wie unsere Zigaretten-Päckchen künftig aussehen werden. Angeblich ist versehentlich auch schon eine erste Lieferung dieser Päckchen in der Schweiz gelandet. Die gute Nachricht vorweg: Die Päckchen werden bunter. Die Schlechte: Neu werden diese mit abstossenden Fotos der Gesundheitsschäden von lebenden oder bereits verstorbenen Mitrauchern - nicht zu verwechseln mit Passivrauchern - versehen.

Nun, diese Fotos sind auch für Nichtraucher oder langjährige Exraucher - wie in meinem Fall - sehr abstossend. Aber am besten gewöhnen wir uns aber schon heute daran.

Konsequenterweise fordere ich jetzt auf der Kühlerhaube von Neuwagen (und gerade bei denjenigen der Energieeffizienzklasse A) das Foto einer schweren Frontalkollision. Auf dem Haartrockner den typischen "Ich bade infolge Zeitmangels mal mit dem Fön-Unfall" und auf dem Rasenmäher eine Sammlung sauber abgetrennter Glieder. So wird unsere Welt sicherer und bunter zugleich.

Dienstag, 14. Juli 2009

Three Nights in Bangkok

Ja, glücklicherweise habe ich mehr Nächte in Bangkok verbracht als einem der Song "One Night in Bangkok" von Sänger Murray Head empfiehlt. Gut, würden wir meine Leber fragen wäre ihr vermutlich schon die erste Nacht zu viel gewesen. Aber da die Leber nur durch den Arzt sprechen kann und trotz Ärzteschwemme gerade keiner zur Hand ist, lassen wir das.

Bangkok. Knapp soviele Menschen wie in der Schweiz leben in dieser ständig pulsierenden Stadt. Mein russischer Sitznachbar im Flugzeug meinte "a confusing city" und stellte gleich die zugehörige Frage "your first visit?". Was er nicht wusste; ich reiste mit einem Ortskundigen.

Und so dauerte es auch nicht lange und ich wusste, dass in Taxis auf den eigentlichen Einsatz des mittels Leuchtschift angepriesenen und eingebauten Tax-o-Meter richtiggehend gepocht werden muss. Zudem lernte ich weiter wie man sich als Farang (Ausländer) entweder beliebt oder innert Kürze sehr unbeliebt machen kann.

Wie so oft in Asien gilt auch hier: Everything is possible. Und so kam es, dass ich
... viele tolle Mitbringsel wie Markenuhren, -hosen, -shirts, -taschen zu Schnäppchen
preisen hätte kaufen können, welche mir dann durch neidische Zöllner wieder weggenommen worden wären
... viele Shows hätte sehen können, welche mein Wissen um die vorwiegend weibliche Anatomie enorm ge- und erweitert hätten
... lernte, dass auch in trüben Gewässern essbare Fische gefangen werden können.

Kurzum erlebte ich sehr gastfreundliche Menschen, eine wunderbare Stadt in einem Land mit einer respektvollen Kultur. Ich werde wohl wieder einmal die Replay-Taste drücken ...

Dienstag, 7. Juli 2009

Es geht ihnen nicht gut

Nein, es geht ihnen wirklich nicht gut. Die Rede ist von den Amerikanern, genauer den Nordamerikanern.

Ziemlich genau zehn Jahre ist es her seit meinem letzten Besuch der Weltmacht. In diesen zehn Jahren ist viel passiert, nebst der Tatsache, dass der Immigration Officer jetzt noch genauer und mit mehr technischen Hilfsmitteln hinsieht und mehr nachhakt.

Erstmals aufgefallen ist's mir in meiner zufälligen Rolle als Elektriker im Motelzimmer. Aufgrund einer Reklamation meiner Partnerin - gerade am Lesen eines Buchs der Weltliteratur - die beanstandete, dass die Nachttischleuchte nicht (mehr) ihrer zugedachten Funktion nachkam. Also, Stecker raus und ran an die Birne - dachte ich. Mit offenem Mund stand ich vor einer ausgewachsenen Energiesparlampe; ja sie lesen richtig eine Energie sparende Lampe. Und ich dachte immer nur die Europäer sparen Energie; aber nie und nimmer die Amis. Nun ja, ich konnte es zur Zufriedenheit aller richten. Dennoch, der (Energie)Schock sass bis tief in die Nacht.

Der nächste Morgen; neues Glück. Bis zu dem Zeitpunkt als ein Auto auf dem Motelparkplatz an mir vorbei fährt und dabei kein Geräusch von sich gibt. Gut, zugegeben ich bin kein Morgenmensch, also eher Eule als Lerche. Und somit am Morgen nicht immer wahnsinnig aufnahmefähig ... aber gar kein Geräusch?

Da der nächste Schock. Die Buchstaben leuchten noch heute auf meiner Netzhaut. HYBRID, wieder so was mit Sparen und dies im Land der unbegrenzten Energie. Was jetzt kommt ist ja wohl klar; ich sehe ein Hybridfahrzeug nach dem anderen. Zugegeben, viel mehr als ich in Europa bisher gesehen habe.

Es scheint, als ist wirklich vieles passiert in diesen zehn Jahren. Wenn ich jetzt noch höre, dass das Kyoto-Protokoll unterzeichnet werden soll ist der Schock gar nicht mehr so gross.