Sonntag, 6. September 2009

Erste Probe

"Nein, Maja Du hast bisher immer die zweite Stimme gespielt und das soll so bleiben." Dabei hätte Maja viel lieber die erste Geige gespielt. Und Cindy hat sich bereits zur ersten Probe abgemeldet, wie sie es vermutlich für die nächsten Proben bis zum grossen Auftritt auch tun wird. "Mir soll es recht sein" meint Heinz lapidar. Franz hat sich angeblich beim Essen verletzt und kann heute auch nicht kommen. Nein, wir sind nicht in den Orchestergraben gefallen, sondern befinden uns an der ersten Piccolo-Probe unmittelbar nach der langen Sommerpause. Mit dem grossen Auftritt ist die Basler Fasnacht gemeint.

Keine leichte Aufgabe für den Piccolo-Instruktor die noch sonnenverwöhnten und braungebrannten Cliquenmitglieder zum gemeinsamen Proben anzuhalten. Gespengstische Szenen spielen sich ab: Hallo Piccolo; ich versuch dich jetzt mal zusammen zu setzen. "Mein Piccolo riecht modrig ..." "Aufpassen, vorwärts, marsch!" Korrekturen hier, Korrekturen da, ein Lob zwischendurch. Kleine Abstimmungen: Wer ist der Meinung das ist ein Cis? Und warum klingt es derart unterschiedlich, wenn wir alle ein Cis spielen? So finden wir uns eingepfercht im Säli eines renommierten Restaurants, kommen - auch aufgrund der geschlossenen Fenster - leicht in's Schwitzen und müssen uns erst wieder einmal daran gewöhnen in der Gruppe gemeinsam zu musizieren.

In der wohlverdienten Pause teilen wir der Verantwortlichen für den Bummel (das ist der Cliquenausflug nach der Fasnacht) noch beiläufig mit, dass das Museum für Gegenwartskunst in Bremgarten AG eine wunderbare Ausstellung über "Die Erotik des Mittelalters" (siehe auch Blog "Mittel Alter") haben wird und dies einen Besuch im Rahmen des Bummels sicherlich wert sei. Sie wird den Wink mit dem Zaunpfahl - oder in diesem Fall besser der Hellebarde - sicherlich verstehen.

Weiter gehen wir zum Präsidenten und machen ihm noch unsere Aufwartung. "Das war ein wunderbarer Ausflug in die Petit Camargue Alsacienne den Du da organisiert hast. Rainer schwärmt noch heute von dem feinen Fisch und dem Muskateller." Das der gelobte Präsi dabei schon um zehn Uhr abends zu Bett getragen werden musste, übersehen wir geflissentlich.

Gut ist der Sommer endlich vorbei und wir können uns wieder der kommenden fünften Jahreszeit widmen. An dieser Stelle gute Besserungswünsche an alle die nicht zur ersten Probe kommen konnten.


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