Sonntag, 9. August 2009

Anstelle von Geld Gold waschen

Ein Freund zitierte eine Studie die besagt, dass wenn es früheren Gesellschaften finanziell schlecht ging, sich diese vermehrt dem Goldwaschen widmeten. Jetzt beginne ich mich allmählich um meine Finanzen zu sorgen, ich habe Gold gewaschen. Und dies auch noch unter professioneller Anleitung zweier alter Hasen. Alt nur in Bezug auf die Erfahrung im Goldwaschen.

Gleich vorweg kann ich mitteilen: Ich wurde unglaublich reich. Reich an Erfahrung, reich an Mückenstichen, reich an Rückenschmerzen und reich an Frustrationstoleranz.

Wir treffen uns in einer lockeren Gruppe in einem Ort der Zentralschweiz, wo sich nebst den Goldwäschern auch der Fuchs und Hase gute Nacht wünschen. Dann das erste Highlight, der steile Abstieg in das Bachbett. Bereits jetzt fühlt man sich in die tiefste Kindheit zurückversetzt. Die Kleider und Schuhe haben einen derart hohen Verschmutzungsgrad, dass unsere Mütter sofort im Chor getobt hätten. Da es aber eine Männerrunde war, war keine potentielle Mutter da, die hätte toben können. Zudem sind wir alle emanzipiert und waschen unsere Kleider - inklusive der Schuhe - selbst.

Bewaffnet mit Schaufel, Sieb, Schleuse und Pfanne machen wir uns auf die Suche nach den letzten verborgenen Schätzen der Schweiz. Wir sind wie folgt vorgegangen. Einen geeigneten Ort für den Aushub des vom Gold zu befreienden Materials suchen. Die dazu angewandten Auswahlkriterien sind natürlich streng geheim und werden nicht preisgegeben. Ist dieser Ort erstmal gefunden, wird geschaufelt was das Zeugs hält, beziehungsweise der Bach hergibt. Das Schaufelgut wird grob gesiebt, gewaschen und dann mit Hilfe der sogenannten Schleuse der letzten Filterung zugeführt. Den kumulierten Rückenschmerzen des nächsten Tags zufolge, habe ich mit meinem Teamkollegen mindestens eine Tonne Aushub, wenn nicht sogar mehr, von diesem Bachbett umgesetzt.

Der erste Erfolg zeichnet sich kurz nach der Grillpause am Mittag ab. Ist doch tatsächlich so ein winzig kleines Goldplättchen in unserer Schleuse hängen geblieben. Eigentlich hätte ich mich viel lieber auf Goldnuggets konzentriert. Die sind erstens von blossem Auge besser zu erkennen und haben aufgrund des höheren Gewichts einen höheren Marktwert. Nur so zur Information, welche auf der Zunge vergeht: Zur Zeit beträgt der Goldpreis CHF 33'225.- pro kg (Quelle: Tages-Anzeiger Online / Newsnetz, Zürich). Am Ende des zweitägigen Abenteuers waren es zehn Goldplättchen pro Person (siehe Foto "Aus-Beute"). Zum Glück ist die persönliche Erfahrung noch nicht börsenkotiert und kann einem nicht weggenommen werden. Ich wünsche viel Vergnügen beim Geld ... eh Gold waschen.

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